Theo-Paten 02: Susanne Storm-Sammeck

02: Susanne Storm-Sammeck

02: Storm-Sammeck

 

Susanne Storm- Sammeck, 57, ist Diplom-Kauffrau, verwitwet, Mutter von zwei erwachsenen Töchtern und 2007 nach
34 Jahren wieder in die Kirche eingetreten.

 

Sie sind nach vielen Jahren wieder in den »Schoß« der Kirche zurückgekehrt. Was hat Sie dazu bewogen?

Rückblickend waren es drei Gründe: Schicksalsschläge, Krankheit und Tod in der Familie brachten mein Leben in einen
Ausnahmezustand. Leid und Ohnmacht habe ich in diesem Ausmaß vorher noch nicht kennengelernt. Ich fing an zu beten, zum Gott meiner Kindheit. Da fand ich es heuchlerisch, den lieben Gott um Hilfe zu bitten, das Vater unser zu beten und dabei für sich in Anspruch zu nehmen, seiner Kirche nicht anzugehören, nach dem Motto: Beten ja, Kirche nein.Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt, voller christlicher Fürsorge, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft. Immer wieder begegneten mir praktizierende Christen, Menschen, die Zeugnis von ihrem Glauben gaben und meine Seele berührten. Letztendlich haben Gespräche und das Charisma eines Priesters die Kirchentür zum Wiedereintritt geöffnet. Die vielen positiven, fröhlichen Menschen des Weltjugendtages 2005 verbreiteten in den Straßen eine Aufbruchstimmung, die mir zeigte, dass die von mir totgeglaubte katholische Kirche lebt.

 

Sie sind Mutter zweier erwachsener Töchter. Vermitteln Sie ihren Kindern den Glauben, oder sollen sie selbst entscheiden, was sie glauben wollen/ können.

Meine Töchter sind katholisch getauft, aber mein Mann und ich waren damals zu weit vom Glauben entfernt, um ihnen den christlichen Weg zu zeigen. Nun müssen sie selbst entscheiden und ich hoffe, dass das Wort vom Heiligen Vater zutrifft: dass es so viele Wege zu Gott gibt wie Menschen.

 

Was ist für Sie das Schönste am katholischen
Glauben?

Seit meinem Wiedereintritt vor fünf Jahren komme ich mir wie eine Schatzsucherin vor. Es gibt so viel Schönes zu entdecken, was den Glauben ausmacht und Ausdruck findet in der Liturgie, in der Bibel, in der sakralen Kunst, in dem Leben der einzelnen Ordensgemeinschaften und den Zeugnissen der heiligen Frauen und Männer in der Geschichte. Das Allerschönste aber ist, die Möglichkeit zu haben, überall eine Kirche zu finden, einen Raum betreten zu können, wo Gott wohnt und wo ich ihm begegnen kann in der Stille des Gebetes oder in den Sakramenten.

 

Was ist für Sie das Wichtigste an der christlichen
Botschaft?

»Du sollst den Herrn deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften, das andere ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« (Markus 12 )
Was fehlt Ihnen in der Kirche? Wenn ich einen Mangel wahrnehme, dann schaue ich erst mal bei mir und betrachte meine Ansprüche. Meist ist es mein Halbwissen oder meine Intoleranz oder auch meine Trägheit, die sich an Institutionellem stößt. Im Gegensatz zu früher habe ich erfahren, dass man nicht mehr an eine Gemeinde gebunden ist. Aus dem vielfältigen Angebot der katholischen Kirche kann man frei wählen, die Kirche, den Priester, Formen der Liturgie, die Vorträge. Zumindesten findet man in der Stadt noch ein breites Spektrum vor.


Was treibt Ihrer Meinung nach so viele Frauen aus der Kirche?

Zunächst wohl das Gleiche wie die Männer: Kirche wird von einigen Zeitgenossen als überalterte Institution gesehen, an die man keine Bindung haben will und auch schon längst keine mehr hat, da die christlichen Traditionen nicht mehr weitergegeben wurden. Es reicht ein Skandal und man glaubt und folgt der Meinung der Massenmedien. Der Glaube an einen Gott, ein höheres Wesen, eine kosmische Kraft schafft man sich selbst,beliebig zusammengesammelt aus den außerchristlichen Strömungen. Religiosität muss außerdem der Wellnessmaximierung dienen, dem Lifestyle entsprechen und in den Terminkalender passen. Was nun die Frauen anbetrifft, so könnten sie sich daran erinnern, dass es Maria von Magdala war, die dem auferstandenen Herrn als erste begegnete und den Auftrag erhielt: »Geh aber zu den Brüdern und sage Ihnen… « (Johannes 20).

Sie sind theo-Patin geworden. Warum wollen Sie helfen, theo zu verbreiten?

theo ist ein wundervolles katholisches Magazin. Ich schätze die Offenheit, den weiten Rundum-Blick, aber auch die liebevoll gestalteten Details. Es erschien im Jahr meines Wiedereintritts und ist mein Wegbegleiter. Wertvolle Hinweise, inspirierende Artikel, interessante Reisen haben mich »weitergebracht«. Für diese Erfahrung empfinde ich Dankbar keit, die ich mit anderen Menschen teilen möchte . //

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