Editorial 02|2013

Brigitte Haertel. Chefredakteurin theo 

Liebe Leserinnen und Leser,
Wandlung – dieser Begriff ist wie kaum ein anderer verbunden mit dem katholischen Glauben. Während der Eucharistiefeier spricht der Geistliche die sogenannten Konsekrationsworte, die in der Bibel überlieferten Einsetzungsworte Jesu beim Letzten Abendmahl. Dabei wandeln sich auf geheimnisvolle Weise das Brot und der Wein in den Leib und das Blut Christi, der damit ganz gegenwärtig wird, als Mensch und als Gott. Wandlung, das ist auch das übergeordnete Thema dieser theo-Ausgabe. Das einzig Beständige ist der Wandel, heißt es im Volksmund, und in der Tat ist stets darauf Verlass, dass nichts bleibt, wie es ist. Außer Gott vielleicht. Aber ist das so sicher? Die Natur zeigt es überdeutlich: Wandlung scheint ein Prinzip des Lebens zu sein, und der Mensch, der sich im Laufe seines Lebens wandelt wie die Jahreszeiten, weiß er, in was oder wen er sich wandelt, wenn er in die Ewigkeit eingeht?
Zwei Menschen, der Priester und Psychoanalytiker Carl Möller und die Zisterzienserin Schwester Ursula, deren Lebensläufe etliche Wendungen aufweisen, stehen stellvertretend in dieser Ausgabe für das Thema Wandlung. Aber auch die Welt ist im Wandel, mehr und mehr stellen Menschen die kulturelle Wirklichkeit infrage und streben nach einer neuen, nach einer besseren Welt, in der die Liebe regiert und nicht die Gier. Die Journalistin Nicole Zepter hat versucht, Antworten zu diesem Thema zu finden.
Die ehemalige Benediktinerabtei Michaelsberg thronte mehr als 900 Jahre über der Stadt Siegburg, jetzt ist sie verwaist, im Wandel begriffen, bevor sie irgendwann für neue Einrichtungen zur Heimat wird. Wo einst ein Ort war, sind bloß noch Räume geblieben, leere Räume, die von vergangenen Zeiten erzählen.
Auch die Liebe, die größte Kraft des Universums, kann sich wandeln. Sven Schlebes ist in einer Typologie den verschiedenen Arten der Liebe nachgegangen. Seit der letzten theo-Ausgabe hat die Welt um uns herum sich gehörig verwandelt. Der Mai ist gekommen und hat die Farbe Grün zurückgebracht. Genießen Sie die schönste Zeit des Jahres und diese theo-Lektüre.
Ihre Brigitte Haertel

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