Editorial 03|2013

Brigitte Haertel. Chefredakteurin THEOCover. theo. Ausgabe 03/2013.Impressionen. theo. Ausgabe 03/2013.Inhaltsverzeichnis. theo. Ausgabe 03/2013.

Liebe Leserinnen und Leser,
ein neues Gebot gebe ich euch, sagte Jesus, liebet einander, so wie ich euch geliebt habe. An diesem Gebot scheitern wir jeden Tag, und in der Tat ist es viel einfacher, zu beten oder Sonntags in die Kirche zu gehen, als seinen Nächsten zu lieben, für ihn zu sorgen, mit ihm zu teilen. Die existentiellen Ängste in einer unsicheren Zeit hindern uns daran, und so bleibt alles, wie es ist: Die Armut in der Welt nehmen wir hin, ja, auch in unserer nächsten Umgebung, weil wir glauben, sie nicht beeinflussen zu können, weil sie zu abstrakt ist, weil wir sie nicht mit einem Einzelschicksal verbinden können, das uns zu Herzen geht. Die aktuelle theo-Ausgabe versucht eine Annäherung an das Thema Armut, eine Lösung für das Problem kann sie nicht liefern. Armut in unseren Breiten hat viele Ursachen: schlechte Startbedingungen im Elternhaus, Krankheit, Verlust der Arbeitsplatzes, Scheitern in der Selbständigkeit: Norbert Beule war Bankmanager, heute ist er obdachlos, Attila von Unruh, einst mit einem Unternehmen gestrauchelt, hilft ähnlich Betroffenen Kraft aus der Krise zu schöpfen – mit seinem »Bundesverband Menschen in Insolvenz und neue Chancen e.V«. Katharina Finke hat sich nach und nach ihres Besitzes entledigt und reist mit leichtem Gepäck um die Welt. Die Bilder von Menschen, die jenseits der von der Regierung festgesetzten Armutsgrenze leben, das heißt von weniger als 764 Euro im Monat, ziehen sich wie selbstverständlich durch diese theo-Ausgabe. Die Porträts verantwortet die Fotografie-Studentin Kathrin Esser aus der Nähe von Aachen.
theo-Autor Sven Schlebes beleuchtet Kinderarmut, aber auch einen gemeinnützigen Verein, in dem acht-bis-15-jährige sich engagieren, selbst Konzepte zur Bekämpfung von Armut entwickeln.
Der Politikwissenschaftler und Publizist Andreas Püttmann geht der Frage nach, ob es eine arme Kirche braucht, um das Christentum glaubhaft zu vermitteln, und ansonsten finden Sie in unseren Kulturtipps Anregungen für die kommenden Wochen. Und hier noch das vielleicht Wichtigste zu dieser Ausgabe zum Nachlesen:

Die Bergpredigt
Als Jesus die Volksmenge sah,
stieg er auf den Berg.
Er setzte sich
und seine Jünger kamen zu ihm.
Jesus begann zu reden
und lehrte sie:
»Glückselig sind die, die wissen,
dass sie vor Gott arm sind.
Denn ihnen gehört das Himmelreich.
Glückselig sind die,
die an der Not der Welt leiden.
Denn sie werden getröstet werden.
Glückselig sind die,
die von Herzen freundlich sind.
Denn sie werden die Erde als Erbe erhalten.
Glückselig sind die,
die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit.
Denn sie werden satt werden.
Glückselig sind die,
die barmherzig sind.
Denn sie werden barmherzig behandelt werden.
Glückselig sind die,
die ein reines Herz haben.
Denn sie werden Gott sehen.
Glückselig sind die,
die Frieden stiften.
Denn sie werden Kinder Gottes heißen.
Glückselig sind die,
die verfolgt werden,
weil sie tun,
was Gott will.
Denn ihnen gehört das Himmelreich.
Glückselig seid ihr,
wenn sie euch beschimpfen,
verfolgen und verleumden –
weil ihr zu mir gehört.
Freut euch und jubelt!
Denn euer Lohn im Himmel ist groß!
Genauso wie euch
haben sie früher die Propheten verfolgt.«

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