Seven from Heaven

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Die Sieben ist die heilige Zahl schlechthin und hat deswegen in der Katholischen Kirche eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Eine Übersicht.

 

Die Sieben Sakramente

sind nach katholischer Lehre die von Jesus Christus eingesetzten, heiligen Zeichen der Gnade. Diese Heiligkeit soll das Leben begleiten – äquivalent zum natürlichen Kreislauf des irdischen Daseins.

Taufe
gilt als das fundamentale Ur-Sakrament, das einen Bund schließt zwischen Mensch und Gott. Jeder Christ wird so in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Obwohl die meisten Gläubigen sich kaum an dieses Ereignis erinnern können, singen sie im Gottesdienst voll Inbrunst, »Fest soll mein Taufbund immer stehen«.

Firmung
Nach kanonischem Recht spendet der Bischof die Firmung erst nach „Erreichen des Vernunftgebrauch“, also lange nach der Taufe. Der Heilige Geist spendet neue Kraft und teilt seine Gaben in Form von Charismen aus. Nun erneuert der Firmling sein Taufversprechen, das die Eltern stellvertretend in der Taufe gegeben haben.

Eucharistie
Thomas von Aquin nannte sie »das Sakrament aller Sakramente«. Eucharistie bedeutet Danksagung. Das Abendmahl Christi wird vom Priester gegenwärtig gesetzt, denn es ist Quelle und Zentrum des kirchlichen Lebens. Zusammen mit Taufe und Firmung bildet es die »Sakramente der Initiation«. Die Gläubigen feiern sonntags die Eucharistie mit, um den Beginn der Woche im Licht des Glaubens anzugehen. So wie Gott am siebten Tag der Schöpfung ruhte, kommen Christen an diesem Tag zusammen, um zu beten.

Beichte
Ihr wird Heilkraft zugeschrieben, weil der Heiland uns zur Umkehr einlädt. Im Namen des dreifaltigen Gottes spricht der Priester im Auftrag der Kirche denjenigen von seinen Sünden los, der Reue empfindet für das, was er falsch gemacht hat. Das Sakrament der Vergebung schließt Buße und Versöhnung ein. Letztlich ist es, als würde der Mensch Jesus selbst beichten. Mancherorts wurde das Phänomen der »Freundesbeichte«praktiziert, wenn etwa kein Priester zur Stelle war. Die Beichte entspricht auch dem menschlichen Bedürfnis, sich jemandem zu öffnen.

Kranksalbung
Was früher einmal „Letzte Ölung“ hieß, wird heute anders gedeutet. Jeder Katholik, der das Bedürfnis hat, kann dieses Sakrament empfangen. Wenn Geist, Körper und Seele gleichzeitig schwach werden, soll das Vertrauen auf Gott besonders gestärkt werden. Das Chrisamöl soll durch seinen Duft und die Annehmlichkeiten für den Leib besonderen Trost spenden.

Ehe
Paulus nannte die Ehe von Mann und Frau ein tiefes Geheimnis. Dieses Sakrament spenden sich die Eheleute gegenseitig. Der trauende Geistliche und die Trauzeugen freuen sich mit den Brautleuten. Das Wort Ehe stammt aus dem althochdeutschen und steht für »Ewigkeit«. Erst wenn die Brautleute sich im tiefsten bejahen und es öffentlich aussprechen, spricht der Priester sie als Mann und Frau an. Dieses Jawort Zueinander gilt ein Leben lang: Was Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen.

Weihe
Dieses Sakrament ist in der katholischen Kirche den Ältesten vorbehalten. In der jungen Kirche sind damit jene Männer gemeint, die die Gemeinde leiten und sich als Bischöfe verstehen. Bis heute sehen die Bischöfe sich als direkte Nachfolger der Apostel, die letztlich auf Christus zurückführen. Sie senden Priester und Diakone aus, die Teil des sogenannten Presbyteriums sind. Die Gemeinschaft der Geistlichen wird u.a. im täglichen Stundengebet gestärkt und ist ein geistliches Band. Die Kirche soll ohne Unterlass beten und alle Gläubigen stärken. Jeder Geweihte steht im Dienste dieser Aufgabe.


Die sieben Todsünden

Alle Sünden, so lehrt es die Moraltheologie, gehen von den sieben übelsten Charaktereigenschaften des Menschen aus.
Dennoch ist jeder Mensch eingeladen, sich im Licht der Liebe Gottes als freies Wesen zu entfalten. Dabei mögen unsere Temperamente mit uns durchgehen, ob wir nun in unserer Grundstimmung Choleriker, Melancholiker, Phlegmatiker oder Sanguiniker sind. Die Psychologie hat längst andere Kategorien entwickelt, die unsere Grundeigenschaften besser beschreiben. Von unseren Sünden lossprechen aber kann uns kein Psychologe, sondern nur ein Geistlicher, der die Liebe Gottes zu uns Menschen vermittelt.

Stolz
Der Stolz hat viele Facetten: Anmaßung, Einbildung, Herablassung, Hochmut, Überheblichkeit, Vermessenheit, Affektiertheit, Hybris, Arroganz, Blasiertheit, Dünkel, Eitelkeit, Geziertheit, Selbstgefälligkeit, Hoffärtigkeit, Süffisanz. Letztlich halten stolze Menschen sich für den Mittelpunkt Welt. Der andere, der Nächste kommt nicht in den Blick. Stolze Menschen mit ihren kalten Herzen drohen zu vereinsamen. Oft verpassen sie den Zeitpunkt, sich auf eine Welt einzulassen, in der Vertrauen mehr zählt als Eitelkeit. Weder Gott noch der Nächste können die glatte Oberfläche einer stolzen Seele durchdringen.

Habgier
Oder Geiz. Das Wesen der Habgier ist das Mehrwollen und Festhalten, nicht bloß beschränkt auf das Materielle. Der Habgierige kann nie genug kriegen, er kann nicht abgeben, der dahinterstehende Impuls ist die Angst vor Mangel. Geiz bedeutet, sich selbst zu beschränken und sich nicht weiterzuentwickeln. Molière hat sich in seiner Komödie Der Geizige darüber lustig gemacht.

Neid
»Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut,« so lautet das zehnte Gebot. Der Neidische vergleicht sich mit dem, was der andere hat und will es auch. Das führt auf die Dauer zu übler Laune und Unzufriedenheit. Es wird immer so sein, dass ein anderer Mensch schlauer, schneller und charmanter ist als man selbst. Darüber sollte man sich sich freuen und Gott dafür danken! Die Demut wäre die Tugend, die für mehr Zufriedenheit sorgt.

Zorn
Der Zornige empfindet die Welt als feindlich. Anderen Menschen begegnet er mit Feindschaft statt mit Mitgefühl. Freundschaft und Liebe kommen in seinem Weltbild nicht vor. Die Folge: ein leidenschaftliches Sinnen auf Rache. Der Weg aus dem Teufelskreis des Zornes besteht in der Erkenntnis, dass wahre Sicherheit von innen kommt und dass das Wesentliche im Menschen nicht verletzt werden kann. Mein Wesenskern bleibt unberührt vom Zorn, wenn ich Gottes Zuversicht im Innern trage.

Wollust
Wem die Wollust aus den Augen quillt, wird beherrscht von seinen Trieben. Jede Art von Besinnung ist ausgeschlossen. Irgendein Ziel vor Augen hetzt ein solcher Mensch einer Größe hinterher, die ihn letztlich nicht befriedigen wird. Von der Lust getrieben, kommt ein tiefergehender Gedanke nicht vor. Irgendwann – vielleicht – fragt sich solch ein Mensch, was von der schnellen Jagd übrigbleibt. Sobald er das Objekt der Begierde besitzt, verlöscht die Lust wie die Flamme einer Kerze.

Unmässigkeit
Hieß früher Völlerei. Der Körper des Menschen sendet klare Zeichen der Sättigung. Beachtet er diese Zeichen nicht, geht es ihm schlecht. Das gilt für Speis und Trank. Im selben Maße kann es für anderes Verhalten im Alltag gelten. Wer zu viel Zeit vor dem Computer, dem Smartphone, dem Fernseher verbringt, verroht. Andere Menschen werden nicht mehr in ihrer Würde wahrgenommen, sondern geringgeschätzt. Das Übermaß auf der einen Seite, führt zu einer Unterbelichtung auf der anderen Seite. Nicht alles, was technisch möglich ist, sollten wir Menschen auch umsetzten. Gott ist letztlich das Maß aller Dinge.

Trägheit
Manche Theologen nennen sie die tödlichste aller Todsünden, weil sie letztlich auf einem Desinteresse am Leben beruht. Warum soll ich das Haus überhaupt verlassen, wenn ich alles habe, was ich zum Leben brauche? Wer sich nur treiben lässt vom Schicksal des Lebens, wird irgendwann auf hoher See landen. Der einfachste Weg kann manchmal der falsche sein. Der Träge weigert sich, Verantwortung zu übernehmen. Mit der Zeit breitet sich die Trägheit des Herzens aus – es fehlt die Energie, den Tag frohgemut zu beginnen.


Die sieben Gaben des Heiligen Geistes

Papst Johannes Paul II. nannte diese besonderen Gaben Tugenden der menschlichen Seele.
Die Gabe der Erkenntnis befähigt den Glaubende dazu, die Welt in all ihrer Schönheit wahrzunehmen. Wenn zwei Menschen einander lieben, spricht die Bibel davon, dass sie einander erkennen. Hier geht es also nicht nur um ein Verstandeswissen, sondern um die ganzheitliche Annahme eines anderen Wesens. Auf diese Weise kann auch Gott zum Menschen sprechen. Die Logik Gottes stimmt oft nicht mit dem überein, was wir Menschen vor Augen haben. Davon zeugen die Einsichten der Mystikerinnen und Mystiker in der Tradition der Kirche.
Die Gabe der Weisheit gehört zu den Tugenden der Liebe. Im Ersten Testament wird sie als eine schöne und weise Frau beschrieben. Sie lässt die Seele zwischen menschlichem und göttlichem Tun unterscheiden, erkennt mehr und mehr die Gesetzmäßigkeiten des Himmels. Die Weisen aus dem Morgenland gelten als Magier. Was uns unmöglich erscheint, ist dem Weisen nicht verborgen.
Die Gabe der Stärke ist eng verbunden mit der Gabe des Verstandes. Damit ist nicht an erster Stelle körperliche Stärke gemeint, sondern seelische Kraft. Der Heilige Geist schenkt uns diese Kraft im Alltag. Seine Stärke macht es möglich, das auszuführen, was der Verstand als richtig erkannt hat. Hindernisse sind dann Herausforderungen.
Die Gabe des Rates hilft bei der Suche nach dem rechten Weg. Der Dumme lässt sich nichts sagen, will mit dem Kopf durch die  Wand und merkt nicht, wenn er als Folge blutet. Wer Rat sucht und sich gut beraten lässt zeigt seine Schwächen, macht sich verletztlich, wird am Ende klüger sein als zuvor. Gut gemeinte Ratschläge können aber auch eine Sackgasse sein. Hier hilft die Gabe der Unterscheidung, die differenzierter wahrnimmt.
Die Gabe der Wissenschaft lehrt die Menschen das Gute zu tun. Warum? Um des höheren Gutes willen. Thomas von Aquin hat die Lehre vom »bonum commune« entwickelt. Nicht alles, was nützlich ist, ist auch gut. Aber alles, was gut ist, kommt letztlich dem Gemeinwesen zugute. Eine harmonische Gemeinschaft bildet die Schönheit Gottes ab.
Die Gabe der Frömmigkeit leitet die Seele dazu an, Gott ganz in den Blick zu nehmen. In allem, was Menschen tun, sei es im Alltag oder in der Liturgie des Gottesdienstes, ist der Geist Jesu Christi am Werk. Dieser verbreitet den Duft der Liturgie als den Wohlgeruch der Kirche, die in ihrem Dienst an Gott und den Nächsten nicht nachlässt.
Die Gabe der Furcht vor dem Herrn ist die Gabe, Ehrfurcht zu üben. Das bezieht sich in gleichen Teilen auf Gott und den Menschen. Wer dem Nächsten nicht ehrfürchtig begegnet, seien es Freunde oder Verwandte, der begegnet auch Gott nicht in der gebührenden Weise. Die Ehrfurcht vor Gott bewahrt vor den Anfeindungen des Bösen. Sie umgibt die Seele wie eine Schutzmauer und ist die Hüterin aller anderen Gaben.

 

Die sieben Freuden Mariens

Die Kirche hat früher am 5. Juli, dem Tag der Freuden (lat. »laetitia«) Marias ein besonderes Fest gefeiert. Besonders in den franziskanischen Gemeinschaften war dieses Fest beliebt. Weil jede einzelne Freude Mariens, die sie als Gottesmutter mit ihrem Sohn erleben durfte, einen eigenen Festtag hat, wurde es bei der Kirchenreform des Zweiten Vatikanischen Konzils aus dem liturgischen Kalender gestrichen.

  • Verkündigung
  • Heimsuchung
  • Geburt Jesu
  • Anbetung der Weisen
  • Wiederauffinden Jesu im Tempel
  • Auferstehung
  • Himmelfahrt Mariens

 

Die sogenannten Sieben Zufluchten

bezeichnen verschiedene Geheimnisse des Glaubens. Im Gebet wendet sich der gläubige Katholik an die Heiligste Dreifaltigkeit, an Jesus, den Gekreuzigten, an das Allerheiligste Sakrament des Altares, an die Gottesmutter Maria, an die Neun Chöre der Heiligen Engel, an die Gemeinschaft der Heiligen und Seligen des Himmels, an die Armen Seelen im Fegefeuers.

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