Editorial 05/2014

// theo. Katholisches Magazin. Ausgabe 05/2014

 

Liebe Leserinnen und Leser,

ein ganzes Heft zum Thema Liebe? Weil bald Weihnachten ist, das Fest der Liebe, wie es so heißt? Daran haben wir auch gedacht bei der Planung dieser Ausgabe. Aber vor allem ging es uns darum, Ihnen gute Geschichten zu erzählen. Ja, auch Romantisches ist dabei, wie die Fotos junger Menschen, die ein Bild ihrer ersten Liebe in die Kamera halten, ein Fotoprojekt von Kolja Warnecke. Aber wir wagen auch einen kritischen Blick hinter die Vorstellung von der alles umfassenden, ganz großen und ewig währenden Liebe. Alles nur Illusion? Markus Günther hat sich ins Thema hineingekniet.
theo-Autor Sven Schlebes beleuchtet die Liebe im Alter, aber auch das Leid, das die Liebe mit sich bringen kann. Sternenkinder heißen jene Babys, die mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm vor, während oder nach der Geburt sterben. Der poetischen Wortschöpfung »Sternenkinder« liegt die Idee zugrunde, dass diese Kinder den »Himmel erreicht haben, bevor sie noch das Licht der Welt erblickten«. Barbara und Mario Martin schildern in ihrem Buch, wie sie den Verlust ihrer drei vor der Geburt gestorbenen Kinder verarbeiten und erreichen eine Gesetzesänderung.
theo-Autorin Kristina Meilwes sprach mit Ruth Pfau, einer Ärztin und Ordensfrau, die seit mehr als 50 Jahren in Pakistan lebt. Sie ist überzeugt: Das letzte Wort wird Liebe sein. Eine nicht weniger engagierte Frau, Hiyam Marzouqa, dürfte Ähnliches glauben: Sie ist Chefärztin des Babyhospitals in Bethlehem, ein Haus, in dem Kinder unabhängig von Herkunft und Religion Hilfe finden.
Außerdem stellen wir Ihnen vor: Pierre Stutz, einen ehemaligen katholischen Priester, der sein Amt niederlegte, weil er seine Homosexualität leben wollte. theo-Autor Uwe Birnstein hinterfragt die Beziehung des heiligen Josef zu seinem Stiefsohn Jesus. Und da sind noch die Kinder im Land ohne Eltern. Markus Weckesser stellt die Fotografien von Andrea Diefenbach vor, die in Moldawien Kinder porträtierte, die sich selbst überlassen sind.
Ja, es sind die Schicksale von Menschen, die wir in theo versammeln, weil wir glauben, nichts ist faszinierender als der Blick auf unsere Mitmenschen. Oder um es mit Leo Tolstoi zu sagen: Man kann ohne Liebe Holz hacken, Ziegel formen, Eisen schmieden. Aber man kann nicht ohne Liebe mit Menschen umgehen.

Genießen wir die schöne Adventszeit und freuen wir uns auf das Fest der Geburt Jesu. Wir wünschen Ihnen gesegnete Festtage und ein ebensolches Neues Jahr.

Ihre
Brigitte Haertel und das theo-Team
Brigitte Haerte. Redaktionsleitung theo Magazin

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