Das Mysterium wird dichter. Der Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim.

// theo. Katholisches Magazin. Ausgabe 03/2015

(c) Tillmann Franzen (c) Tillmann Franzen

Der Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim wird in diesen Tagen 80 Jahre alt. Ein Atelierbesuch.

Text: Brigitte Haertel
Foto: Tillmann Franzen

Wer den rheinischen Katholizismus in seiner verfeinerten Form verstehen will, kann ihn an dem Bildhauer Bert Gerresheim studieren: Er repräsentiert eine sinnlich/politische Haltung voll Scharfsinn und Humor, durchtränkt von Strenge gegen sich selbst und Nachsicht gegenüber anderen. In seiner Lebensfreude und seinem Tiefgang, seiner intellektuellen Schnelligkeit und der Neigung, die Dinge nicht wichtiger zu nehmen als sie es verdienen, achtet er stets auf die richtige Balance.
Gerresheim hat eingeladen in sein Düsseldorfer Atelier, wenige Wochen vor seinem runden Geburtstag. Es ist an der Zeit, seine Erinnerungen einer Welt mitzuteilen, die sich stark gewandelt hat im Laufe eines langen Künstlerlebens. Diese Notwendigkeit drückt er auf seine Weise aus: »Mein Gott, jeder Ochse wird geboren und stirbt. Ich habe mich vor meinem Geburtstag immer gedrückt, es mit dem Patronat gehalten, dem Namenstag.«
Beinahe traumwandlerisch spürt er in den weiß getünchten, mit hohen Fenstern ausgestatteten Atelierräumen seit 50 Jahren den großen, den letzten Dingen nach, in einer Mischung aus strenger Ordnung und geordnetem Chaos scheint sein halbes Leben ausgestellt: Neben Werkzeugen aller Art unzählige Plastiken, Zeichnungen, Reliefs, Skulpturen, viele davon mit religiösem Bezug. In einer Atmosphäre des Unergründlichen atmet hier alles das Wesen des Künstlers, sein tiefes kulturelles und christliches Bewusstsein, sein feines ästhetisches Empfinden, das den Geist dieses Ortes mitbestimmt. Nicht nur für Düsseldorf war Gerresheim seit je ein Glücksfall: Für unzählige Kirchen hat er Skulpturen geschaffen, ebensoviele Menschen porträtiert und an den Straßen seiner Heimatstadt plastische Spuren hinterlassen. Es war 1981, als er mit der Gestaltung eines Heinrich-Heine-Denkmals am Düsseldorfer Schwanenmarkt in den Medien aufleuchtete. »So geht der kapitalistische Westen mit Geistesgrößen um«, untertitelte damals die DDR-Propaganda ein Foto des Mahnmals.

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2 Gedanken zu „Das Mysterium wird dichter. Der Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim.

  1. Ich bin begeistert von Bert Gerresheims Kunst

    Seine Werke aus Bronze sind etwas besonders.
    Henrich Heine Monument auf dem Schwanenmarkt, Düsseldorf hat mich so überrascht, dass ich in unsere russische Zeitung Neue Zeiten ein Artikel „Zerriessene Seele“ (April 2015, mit Monumentfoto) geschrieben.

    Lidiya Arbakova
    Tel.: 0211 29 77 93

  2. Lieber Bert ich habe dich 1961 in Düsseldorf kennen gelernt,wir sind viel in den Düsseldorfer Kneipen
    unterwegs gewesen,du hast mir damals Alberto Giacometti gezeigt und mich so für Kunst begeistert.
    So habe ich auch von deinem Buch erfahren,das zu deinem 80 Geburstag herauskommen soll.
    Ich war damals ein kleiner Bäckergeselle.habe dann in Berlin eine Ausbildung zum Physiotherapeuten gemacht,
    dort geheiratet, und 1971 nach Bayern zurückgegangen,eine Praxis dort eröffnet,40 Jahre dann im eigenen
    Haus gearbeitet,aber seit 6 Jahren schon im Ruhestand.nun habe ich Zeit viele Ausstellungen zu besichtigen.
    Wenn du dich noch an mich erinnern kannst,würde ich mich über eine e-mail von dir sehr freuen.
    Peter Graf

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