Editorial 2/2017

// theo. Katholisches Magazin. Ausgabe 02/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

Klöster, das sind geheimnisumwitterte Rückzugsorte, in denen jahrhundertelang Spiritualität gelebt wurde und wird – und an denen etliche Wissenschaften erblühten. Klostermedizin, Astronomie und Theologie sind nur einige Beispiele.
Nachdem das Klosterleben in den vergangenen zwei Jahrhunderten mehr und mehr an Bedeutung verlor, ist es heute für Sinnsucher wieder attraktiv geworden, zumindest, wenn es um so etwas wie eine Auszeit geht. Gästehäuser und Klosterläden, Meditationswochenenden und Schreibseminare – etliche abendländische Klöster der unterschiedlichsten Orden haben sich mit ihren Angeboten auf die Bedürfnisse des modernen Menschen eingestellt. Und dennoch mangelt es den Orden an Nachwuchs – sich ganz der Gottsuche zu verschreiben, scheint heute für die wenigsten Menschen noch eine Option zu sein. Schließlich sind es zwei verschiedene Ansätze, sich selbst eine Kur gegen die von Papst Franziskus treffend beschriebene Krankheit »Spirituelles Alzheimer« zu verordnen und ein sinnbeladenes Kloster-Besinnungswochenende zu genießen oder sich mit der ewigen Profess fürs Leben an Gehorsam, Armut und Keuschheit zu binden. Und selbst das »Kloster auf Zeit« ist gar nicht einfach durchzuhalten, der Welt mit ihren zahllosen Versuchungen und Möglichkeiten für eine Weile zu entsagen, kostet Disziplin.
Diese Ausgabe widmet sich dem Schwerpunktthema »Klöster«, wir erzählen Ihnen ungewöhnliche Geschichten – von Menschen diesseits und jenseits der Klostermauern.
Wer einmal dahinter geblickt hat weiß, dass es keinen Grund gibt, das Klosterleben zu
idealisieren: Kloster ist die Welt im Kleinen, hat mir eine Ordensfrau einmal verraten. Diese Welt im Kleinen und ihre Bewohner haben wir aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Über Schwester Pauline im Kloster Helfta haben wir gestaunt, zwei Mal schon ist sie ein- und dann wieder ausgetreten. Oder auch über Thomas Frings, Weltpriester und Großneffe des legendären Kölner Kardinals Joseph Frings. Vor knapp einem Jahr legte er sein Amt nieder, um sich dem kontemplativen Leben in einer abgelegenen Benediktinerabtei zu widmen – vorläufig.
Und weiterhin machen wir einen Ausflug an die südfranzösische Mittelmeerküste: Ein Mönchsorden bietet auf einer Insel vor Cannes edle Weine und Stille – beides zieht Luxustouristen an. Und wer darf in einer Klosterausgabe theo auf keinen Fall fehlen?
Schwester Philippa Rath OSB aus der Abtei St. Hildegard in Eibingen hat Spannendes über die große Weisheitslehrerin Hildegard niedergeschrieben, ihre fünf Wegweisungen sind aktueller denn je.
Dieses und etliches mehr haben wir in dieser Ausgabe für Sie zu einem Ganzen gefügt.
Genießen Sie die Lektüre und die Schönheit der Jahreszeit.

Ihre

Brigitte Haertel und das theo-Team

 

Brigitte Haerte. Redaktionsleitung theo Magazin

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