„Wie hast Du das eigentlich überlebt?“

// theo. Katholisches Magazin. Ausgabe 01/2019

Porträt:

„Wie hast Du das eigentlich überlebt?“

Martine Liminski und ihr Mann Jürgen haben zehn Kinder. Ein Gespräch über Glaube, Geld und Kartoffelschälen.

Von Brigitte Haertel

Siegmund Freud hatte unrecht, als er behauptete, der Mensch käme als unbeschriebenes Blatt auf die Welt: Immer mehr Hirnforscher und Psychoanalytiker sind überzeugt, dass er Gepäck mitbringt. Das glaubt auch eine andere Fachfrau, die gebürtige Französin Martine Liminski, Mutter von zehn Kindern. Sieben Söhne und drei Töchter, zwischen 47 und 28, haben sie und ihr Mann großgezogen und längst ins Erwachsenenleben entlassen: die meisten sind verheiratet, und naturgemäß hat die Großfamilie sich ausgedehnt. 13 Enkelkinder sind schon da, und es werden mehr werden.

Es war während seiner Abiturfahrt nach Nantes, als Jürgen Liminski seine spätere Ehefrau Martine kennenlernte. Sie war mit vier Geschwistern aufgewachsen, machte eine Ausbildung zur Lehrerin. Er studierte in Spanien, wohin sie ihm später folgte. Nach der Hochzeit kam in einem Zeitraum von knapp 20 Jahren alle zwei Jahre ein Kind, die ersten fünf wurden noch in Frankreich geboren, wo Martine Liminski eine Vorschule leitete und ihr Mann bei der Zeitung Dernières Nouvelles d`Alsace als Redakteur wirkte.

Nach dem Umzug nach Deutschland – Jürgen Liminski heuerte als politischer Journalist bei Zeitungen wie der WELT und dem Rheinischen Merkur an, wurde später Moderator beim Deutschlandfunk – nach dem Umzug also begann für Martine Liminski ein Lebensmodell, dass die meisten Frauen heute fürchten wie der Veganer die Bockwurst: Küche, Kirche, Kinder bestimmten fortan ihren Alltag, während ihr Mann als Korrespondent die Welt erklärte, rührte sie Babybrei an. Für heutige Verhältnisse ein unvorstellbar trister Trott, der mit nichts belohnt wird: nicht mit Geld, nicht mit Anerkennung, nicht mit der Beglückung, die schöpferisches Schaffen schenkt. Im Gegenteil: In Deutschland wird schräg angesehen, wer es wagt, 10 Kinder in die Welt zu pflanzen. Dagegen begehren die Liminskis seit langem in verschiedenen Publikationen auf. (…)

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