Editorial 3/2019

// theo. Katholisches Magazin. Ausgabe 03/2019

Sinn finden im Unsinn der Welt

Liebe Leserinnen und Leser,

so, ich habe Sie in der politisch korrekten Form angesprochen. Sie sind Wählerinnen und Wähler, Sommerfrischlerinnen und Sommerfrischler, vielleicht auch Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesucher, und würde ich ein Sportmagazin verantworten, würde ich Sie jetzt womöglich mit „Liebe Kanufahrerinnen und Kanufahrer“ ansprechen. Ich weiß, die sprachliche Gleichbehandlung ist ein wichtiger Baustein für die Gleichstellung von Männern und Frauen, aber das penetrante Gendern nervt zusehens, es wird hysterisch und unreflektiert übertrieben. Weswegen ich eine Verweigerungshaltung, wie neulich in einer Pressemeldung, wohltuend begrüßt habe: Dort stand folgender Hinweis: „Wegen der besseren Lesbarkeit wird auf den Einsatz von männlichen und weiblichen Sprachformen verzichtet. Alle Personenbezeichnungen beziehen sich gleichermaßen auf beide Geschlechter.“

Das generische Maskulinum hat mit dem biologischen Geschlecht doch nichts zu tun: Der Mensch oder ein Gast kann eben eine Frau oder ein Mann sein, wie umgekehrt „Die Person“. Artikel und Pronomina (die, sie, ihre) meinen auch maskuline Mehrheiten. Das übertriebene Gendern ist auch ein deutsches Phänomen. In unserem Nachbarland Frankreich treten die hierzulande agierenden Sprachpolizistinnen und -polizisten so gut wie nicht in Erscheinung.

Ich bitte deswegen herzlich um Ihr Verständnis, wenn wir in theo auf das Gendern und Feminisieren weitestgehend verzichten. Wir schließen uns der Einfachheit halber der obigen Pressemeldung an und verabschieden uns, liebe theo-Freunde, einstweilen in die Sommerfrische.

Viel Freude bei der Lektüre und einen entspannten Sommer

Brigitte Haertel. Redaktionsleitung theo Magazin
Ihre
Brigitte Haertel und das theo-Team

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