Editorial 4/2021

Schwerpunkt:
Tod und Trauer

Liebe Leserinnen und Leser,

wir Menschen fürchten ihn, verfluchen und verdammen ihn, manchmal sehnen wir ihn herbei: Der Tod ist der große Lehrmeister aller Sterblichen. „Memento Mori, sei Dir deiner Sterblichkeit bewußt“, dieser dringende Hinweis stammt von den Römern, in den christlichen Psalmen fand er seine Entsprechung.

Kaum etwas bestimmt unser Leben so sehr, wie das Wissen um den Tod. Jahrzehntelang haben wir ihn aus unserer Spaßgesellschaft verbannt, bloß nicht hinsehen, zu groß war die Furcht. Das Sterben, der womöglich schmerzhafte Übergang ins Unbekannte ist es, was uns ängstigt. Der Tod ist die andere Seite, die Gegenwelt, von der wir nichts wissen können. „Der Tod“, so der britische Schriftsteller John Burnside, „ist vorwiegend ein Fall für die Statistik, das Sterben hingegen eine Kunstform.“

Doch was wir verdrängen, werden wir nicht los, vermutlich deshalb verändert sich gerade viel im Umgang mit Sterben und Tod: Hospiz- und Palliativbewegungen und sich dramatisch entwickelnde, neue Bestattungskulturen schieben das Unausweichliche aus der dunklen Ecke, auch Kunst und Literatur wenden sich dieser Schattenwelt zu. Sterben, Sterbebegleitung und Trauer sind existentielle Erfahrungen, die von einem auf den anderen Augenblick ein scharfes Licht auf das Dasein werfen: Alles was lebt, muss wieder gehen, allein Gott ist der Ewige – so glauben wir Christen, sind doch Liebe und Tod die beiden Säulen des Glaubens. Doch die Liebe strahlt heller, sie stellt den Tod in den Schatten, das erzählt die Heilige Schrift, und das haben viele trauernde Menschen erfahren.

Mit dieser Ausgabe geben wir dem Tod, und was dazugehört Raum, die Unbegreiflichkeit des Todes bleibt. Genießen Sie die leuchtenden Herbstfarben – auch bei einem so dunklen Thema.

 

Brigitte Haertel. Redaktionsleitung theo Magazin
Ihre
Brigitte Haertel und das theo-Team

 

 

 

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(Titelfoto) Kat J / unsplash / (U2) Ankhesenamun / unsplash

 

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