Editorial 01/2022

Weil wir lieben! Ein Frauenheft

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie werden sich womöglich schon gewundert haben – diese Ausgabe erscheint zwei Wochen später als geplant: Ursache waren die öffentlich gewordenen, skandalösen Vorgänge in der katholischen Kirche. Wir in der Redaktion brauchten eine Weile, um die Schockstarre zu überwinden und wieder im Schaffensmodus zu landen.

Missbrauch, Vertuschung und Lügen haben die Kirche und ihre Vertreter, bis hinauf in den Vatikan, jedweder Glaubwürdigkeit beraubt. Das schmerzt, und das fällt ihr jetzt auf die Füße: massenhaft treten die Menschen aus, wollen mit der „Institution“ nichts mehr zu tun haben. Sie glauben nicht mehr an die Erneuerung des Riesentankers „katholische Kirche“.

Wer kann es ihnen verübeln? Eine Kirche, die Liebe predigt, und gleichzeitig jene ihrer Vertreter deckt, die Kinder, die der Liebe am meisten bedürfen, fürs Leben zeichnen, diese Kirche hat sich moralisch disqualifiziert.

Auch unsere redaktionelle Arbeit leidet unter diesen unerhörten Vorkommnissen: Interviewabsagen („mit katholisch will ich nichts mehr zu tun haben“), Anzeigenstornierungen und Abonnenten- Kündigungen erschweren unsere sowieso schon nicht einfache Arbeit, sind wir doch finanziell von der Kirche unabhängig und müssen jede Ausgabe aus eigener Kraft stemmen.

Diese Kirche sieht in theo nicht das, was wir gehofft haben, dass sie sieht: Ein journalistisches Glaubensmagazin, das Fragen stellt, das sich an Gegenwart und Zukunft orientiert und das die Leserinnen und Leser ernst nimmt, ihnen zutraut, eigenständig zu denken.

Wir machen trotz allem weiter, haben unterschiedliche Menschen gefragt, was sie noch in der Kirche hält und ansonsten diese Ausgabe den Frauen gewidmet. Nicht nur in der Religion, auch in Politik und Gesellschaft stehen die Zeichen auf Veränderung: Alle schwadronieren vom Aufbruch, aber niemand weiß, wohin die Reise gehen soll. Identitätspolitik, Cancel Culture, Gender-Debatten und Neo-Feminismus kämpfen um Aufmerksamkeit – die damit verbundenen Aktivisten haben dem Glauben längst den Rücken gekehrt.

Doch es gibt sie noch, die Unerschütterlichen, die dem Evangelium und damit den Worten Jesu folgen. Es sind vor allem Frauen, die mit Entschiedenheit vorangehen, weil sie wissen: der Kern des christlichen Glaubens ist und bleibt die Liebe in all ihren Facetten. Und wer ihr nacheifert, kann nicht irregehen.

Davon handelt diese Ausgabe.

Genießen Sie die Lektüre und den heraufziehenden Frühling.

Ihre Brigitte Haertel

Mit Beträgen und Unterstützung von: Katharina Gebauer, Stephanie Härtel, Brigitte Haertel, Martina Hesse, Ute Hamelmann, Inez Young, Stefan Weigand, Albrecht Croy, Sven Schlebes

 

Lesen Sie die aktuelle Ausgabe 01/2022 von theo. Katholisches Magazin.

Brigitte Haertel. Redaktionsleitung theo Magazin
sowie Ihre
Brigitte Haertel und das theo-Team

 

 

 

© Foto rechte Spalte:
(Titelfoto) Matt Reiter / unsplash; (U2) Anunay Mahajan / unsplash

 

Printausgabe:
Bestellen Sie jetzt Ihr persönliches Exemplar der Ausgabe 01/2022!

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.