War dieser Mann im Himmel? Der Harvard-Professor und Neurochirurg Eben Alexander fiel vor einigen Jahren anlässlich einer Hirnhautentzündung ins Koma. Nach sieben Tagen wachte er auf, verarbeitete später seine Nahtoderfahrung in dem Buch: Proof of Heaven. Darin schildert er seinen Übertritt ins Jenseits und ist seither sicher: Es gibt ein Leben nach dem Tod. 2017 legte er nach mit dem Bestseller: Die Vermessung der Ewigkeit. Was ist dran an seinen Schilderungen?

Es ist der 10. November 2008, als mitten in der Nacht ein höllischer Schmerz die Wirbelsäule des 54-jährigen Neurochirurgen durchzuckt. Wenig später lässt seine Frau den mittlerweile Bewusstlosen ins Krankenhaus einliefern, in dem er selbst oft operierte. Die Diagnose: eine höchst gefährliche und zudem sehr seltene bakterielle Meningitis greift das Gehirn an und zerstört dessen … weiter lesen

Mutmacher! Das Licht ist zurück, die Tage werden länger. Bloß bei der Kirche werden die Aussichten immer düsterer, erschreckende Austrittszahlen berichten davon. Doch es gibt sie noch, die Lichtgestalten, die nicht nur unverdrossen im Glauben stehen, sondern sogar eigene Stimmen haben. theo stellt vor: geistliche Frauen und Männer, die die Welt erhellen.

Die Umkehr ist zwingend Ich bin überzeugt: Jetzt ist er da, der „kairos“, den man/ frau ergreifen muss. Jetzt ist die Zeit, um einen neuen Blick auf das, was Kirche ist, zu wagen. Ich träume davon, Kirche neu zu denken – weg von einer hierarchischen hin zu einer diakonischen Kirche. Neu denken, was Sakramentalität und … weiter lesen

Verzichten Sie auf Nichts Fastenzeit in der „Zeitenwende“

„Zeitenwende“ ist das Wort des Jahres 2022. Wie gut, dass wir schon ein Jahr weiter sind, oder? War ja jetzt irgendwie mühsam, dass mit der Wende und dann auch gleich noch von ganzen Zeiten. Ein Anschlag auf unsere Gewohnheiten, auf unsere liebgewonnene Kultur des Gleichen (ach ja: die Floskel des Jahres 2022 ist übrigens „Freiheit“). … weiter lesen
Foto: Tillmann Franzen

Zu Atem kommen Der ehemalige Manager Andreas Crüsemann arbeitet heute als Therapeut und Coach – nachdem ein Unfall sein rasantes Leben jäh ausgebremst hatte. Ein Gespräch über das Davor und Danach.

Das menschliche Leben spielt sich ab zwischen dem ersten Ein- und dem letzten Ausatmen, dies ist eine der wenigen, gesicherten Erkenntnisse über das, was Leben ausmacht. Bis zu 700 Millionen Mal, je nach Länge der irdischen Existenz, atmet ein Mensch – und tut es meist unbewusst. Zunehmende Atemwegs- und stressbedingte Erkrankungen erfordern eine differenzierte Auseinandersetzung … weiter lesen

Dem Ruf gefolgt Waren es ihre eigenen Entscheidungen oder war Gottes Wille im Spiel? Von Klosterleuten und ihren Lebenswegen.

Da stand er nun und konnt nicht anders 1Er war Augustinermönch und Theologieprofessor und wurde zum Superstar der Protestanten, mehr noch: er hat sie hervorgebracht mit seinem Protest gegen den herrschenden Klerus. Ablasspraxis, päpstliche Prunksucht, Heiligenkult und Muttergottesverehrung, alles prangerte Martin Luther in seiner Aufräumwut an. 1517 veröffentlichte er seine „95 Thesen“ vor allem gegen … weiter lesen
Foto: Saffu /unsplash

Bis in alle Ewigkeit? Das große Schiff Christentum fährt in unserer Gesellschaft nur noch selten über die Meere. Meist dümpelt es im Hafen vor sich hin.

Das Ende der Geschichte ist klar: nach einer Herrschaft des Tieres übernimmt Gott persönlich wieder das Regiment und baut die ewige Stadt für die Guten und Gerechten. So sagt es die Schrift. Was in der Zwischenzeit passiert ist Sache von uns Menschen. Oder besser gesagt: von uns Christen. In Westeuropa schien Christentum lange Zeit eine … weiter lesen
Foto: Susann Schuster / unsplash

Gewinnspiel Wie heißt unser gesuchter Pilgerweg, der in Teilen auch die Straße der Romanik kreuzt?

Pilgerwege durchzogen im Mittelalter große Teile Europas. Viele von ihnen gerieten in den rasanten Entwicklungsschüben der Neuzeit in Vergessenheit. Vor allem seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts haben überall in Europa Menschen damit begonnen, ehemalige Pilgerwege wiederzuentdecken, kenntlich zu machen und auszuzeichnen.  95 Kilometer lang ist unser diesmal gesuchter Pilgerweg, der in der geografischen … weiter lesen

Eine Gute-Nacht Geschichte Was ist das Besondere an der Heiligen Nacht?

Und wenn uns nichts mehr heilig ist, diese Nacht ist es und bleibt es! Und wenn uns Nachtgeschichten wahlweise albern oder gruselig vorkommen, diese „Nachtgeschichte“ ist und bleibt Kulmination und Fixstern, da hört der Spaß buchstäblich auf, in der Heiligen Nacht steht alles still und ist jeder still. Warum nur? Wo wir doch ganz ungern … weiter lesen

Von Schlafmützen und Liebesmördern Eine kleine Kulturgeschichte der Nachtkleidung.

Bis ins 13. Jahrhundert hinein schliefen die Menschen nackt. Wärme gaben ihnen Moose, Gräser, Felle oder die Körper der Mitschläfer. Im Mittelalter kamen mehrere Lagen Decken dazu. Lediglich den Kopf bedeckten die Menschen mit Hauben, um ihn vor dem Auskühlen zu schützen. Aus Italien hielt zu Beginn des 16. Jahrhunderts Nachtwäsche Einzug in europäische Schlafgemächer. … weiter lesen
Foto: Stephanie Bothor

Wir können nicht alles erklären Sibylle Anderl ist promovierte Astrophysikerin und Philosophin, Wissenschaftsjournalistin, Buchautorin und – Katholikin. Ein Gespräch über das Unerklärliche des Universums, Dunkle Materie und die Schönheit des Sternenhimmels.

Wir schauen in den Himmel und schauen in die Vergangenheit. Nichts, was wir am Himmel sehen, ist das, was zeitaktuell geschieht. Können wir irgendwann auch in die Zukunft sehen? Wir sehen in die Vergangenheit, weil das Licht eine gewisse Zeit benötigt, um uns zu erreichen. Je weiter der Weg, den es zurückgelegt hat, desto länger … weiter lesen

Ewige Passion Am 14. Mai 2022 ist es endlich so weit: mit zweijähriger, pandemiebedingter Verspätung feiern die Passionsfestspiele Oberammergau Premiere: theo wagt einen Ausblick.

Alle zehn Jahre, so will es ein uraltes Gelübde, führen die Oberammergauer das „Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus“ auf. Eigentlich wären sie 2020 wieder zur Aufführung gekommen, aber die Corona-Pandemie machte monatelange Vorbereitungen zunichte – in Oberammergau blieb es still. Im Januar 2020 war unsere Autorin Brigitte Schmitz-Kunkel in den … weiter lesen

War das ein Wunder Es ist bald 165 Jahre her, dass der damals vierzehnjährigen Bernadette Soubirous in einer Grotte bei Lourdes eine »weiße Dame«, erschien, die sich ihr später als »Unbefleckte Empfängnis« zu erkennen gab. Aus dieser Begegnung erwuchs einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der Christenheit, in dem Millionen Menschen Heilung suchen oder einfach bloß Kraft.

Ein nasskalter Februartag des Jahres 1858 in den französischen Pyrenäen: drei Mädchen stapfen durch die weglose Heide, sie suchen Brennholz für daheim. Die vierzehnjährige Bernadette, ihre Schwester Toinette und eine Nachbarstochter kommen an jene Stelle, an dem der Mühlbach mit dem Fluss Gave zusammenfließt. Während die beiden anderen Mädchen das Wasser durchwaten, hockt Bernadette sich … weiter lesen

Schön war’s Astrid Ackermann (53) wuchs in einem Kloster auf, die Mutter führte den Haushalt der Franziskanerbrüder. Noch heute sehnt die Fotokünstlerin sich zurück nach diesem Leben in der Gemeinschaft.

Es ist so bezeichnend wie traurig für das Image der katholischen Kirche, dass bei der Geschichte, die hier erzählt werden soll, ein klares Wort vorangestellt werden muss: Nein, es geht nicht um Mißbrauch! Astrid Ackermann und ihre ältere Schwester Sylvia verbrachten ihre Kindheit unter Männern im Kloster, in einer hermetischen Welt, und heute nennen sie … weiter lesen

Wortmeldungen theo fragt sechs Frauen und Männer, die eng verbunden sind mit der Sprache: „Was ist für Sie ein großes Wort“?

Ja Mein größtes Wort hat die Kraft, den Lichtschalter im Leben umzulegen: „Ja“. Während der Corona-Pandemie saß ich wochenlang neben meinem Sohn und versuchte mich als Aushilfslehrer und Motivationscoach. Seine Standardantwort auf alle Übungsangebote: „Nein“. Totale Verweigerung. In den Pausen meiner eigenen Verzweiflung spürte ich den Spiegeleffekt: Jahrelang habe ich selbst aus einer Position der … weiter lesen

Es gilt nur das gesprochene Wort. Was ist aus dem Schweigen geworden?

Meister Goethe würde sich wundern: über unseren Gipfeln ist nicht Ruh’, über unseren Gipfeln ist so viel Unruh’ wie nie. Wir ruhen nicht, wir schweigen nicht, wir warten nicht! Wir plappern und palavern, wir diskutieren und disputieren, wir schwadronieren und schwätzen. Wachsende Unruhe und steter Mitteilungsdrang suchen sich ihre Wortkanäle. Sie produzieren Worthülsen, Wortungetüme, Wortfetzen: … weiter lesen

Ein neuer Morgen Wegducken ist nicht mehr. Zu groß sind die Herausforderungen, als dass ein „Mal sehen, was kommt“ der Welt, ihren Fragen und uns Menschen gerecht werden kann. Zeit, wieder Verantwortung zu übernehmen. Auch für das eigene Gottesbild. Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin Nora Bossong hat sich aller berechtigter Kritik an der katholischen Kirche zum Trotz in diesem Jahr in das Zentralkomite der deutschen Katholiken (ZdK) wählen lassen. Damit folgt sie ihrem eigenen Credo: „Lasst Gerechtigkeit walten und versucht es immer wieder. Es lohnt sich.“

„Als alle Dinge in der Mitte des Schweigens waren“, heißt es im Buch der Weisheit, „und die Nacht in ihrem Lauf die Mitte hielt ihrer Bahn, da stieg Dein allmächtiges Wort, o Herr, aus dem Himmel herab von seinem königlichen Thron.“ Es ist Weihnachten, als Nora Bossong die Bibel zitiert, um ihr ganz besonderes Corona-Gefühl … weiter lesen

„Ich liebe die Gegenwart“ Pater Meinrad Dufner OSB ist Maler, Autor und Mönch in der Abtei Münsterschwarzach. Ein Atelierbesuch.

„Bilder müssen sterben“, sagt Pater Meinrad Dufner, während er energisch mit den Füßen auf den Boden stampft. „Es geht nicht um das schöne Bild, es geht um den inneren Weg. Es ist ein Prozess vom Suchen und Finden“, fährt er etwas bedächtiger fort. Der Benediktinerpater trägt Arbeitshose, Wanderschuhe und einen Fleece-Pullover; von einem Habit ist … weiter lesen
Foto: Robin Spielmann / unsplash

Ausatmen im Morgentau Mit dem Frühling kommen die ganz großen Gefühle. Und die Hingabe an den Sex des Lebens. Aber: je mehr Digitalisierung, umso weniger Sinnlichkeit. theo-Autor Sven Schlebes befürchtet das Schlimmste.

Bei uns kamen mit den ersten Sonnenstrahlen die Abrissbagger. Die illegal gebaute Autowerkstatt neben unserem Edel-Gründerzeitaltbau in Berlin-Wilmersdorf muss endlich auf Anweisung des Ordnungsamtes plattgemacht werden. Katasteramtsdrohnen sei Dank. Endlich Ordnung. Platz für neue Investoren aus Fernost. Das Wummern des mit Pressluft betriebenen Stahlnagels geht ins Mark. Mit Macht. Unser Blut bringt es leider nicht … weiter lesen

Die Liebe ist größer als wir Nur wenige Zeitgenossen wählen die Hingabe als ihren persönlichen Lebensweg. Das Schriftsteller-Paar Elke Naters (58) und Sven Lager (56) hat es getan und folgt seit Jahrzehnten dem inneren Sehnen nach dem, was die Welt im Inneren zusammenhält, und einer zeitgemäßen Antwort darauf im täglichen Tun. theo-Redakteur Sven Schlebes hat das Paar in Berlin getroffen und sich anstecken lassen von der Faszination echter Lebenskostbarkeit.

Vor vielen Jahren betraten sie die Weltbühne als sogenannte Popliteraten, waren als Jungschriftsteller erfolgreich. Irgendwann kam die Leere, die sie einmal so beschrieben: „Wir lebten, wir liebten, wir atmeten jeden Tag 20.000 Mal ein und aus. Aber wozu? Wohin? Warum? Wir waren auf der Suche nach einer Heimat im Leben und im Herzen.“ In Südafrika … weiter lesen

Wir haben die mystische Dimension verloren Die Dominikanerin Schwester Scholastika Jurt (56) fürchtet den Verlust des Kontemplativen in Kirche und Orden. theo-Autorin Brigitte Schmitz-Kunkel sprach mit ihr über das Geheimnis des Glaubens, über das Heilige und das Alltägliche.

Schwester Scholastika, lange wurde nicht so intensiv über höhere Mächte, Wert und Sinn des Lebens nachgedacht wie in der Corona-Pandemie.  Der Zukunftsforscher Matthias Horx hat am Ende des Jahres eine sehr schöne Kolumne geschrieben: „Im Vertrauen“. Das ist eigentlich die kostbarste Ressource, die wir zurzeit haben. Er beschreibt, dass es so modern war, misstrauisch zu … weiter lesen

Bei Anruf Not ! Eine nicht endenwollende Pandemie bedrängt die Welt, die auch ansonsten voller Gefahren steckt. Da ist es gut, ein paar „Freunde im Himmel“ zu wissen. So hießen früher die Heiligen für alle Lebenslagen. Als im 13. und 14. Jahrhundert die Pest in Europa wütete, gewannen die „vierzehn Nothelfer“ ordentlich an Ansehen. Nur einer von ihnen hauchte nicht als Märtyrer sein Leben aus. theo stellt die Herrschaften vor.

Achatius Wenn Sie den Tod fürchten (und wer fürchtet ihn nicht), wenden Sie sich getrost an diesen Heiligen, der wegen seines Glaubens im Jahr 138 gekreuzigt wurde, also ziemlich gut weiß, wie das Sterben sich anfühlt: Zu Lebzeiten war er Soldat, im Himmel hat er sich aufs „nothelfen “ kapriziert – bei Todesängsten, Verfolgung und … weiter lesen

Was ist Ihnen heilig?  

Was ist mir heilig? Ehrlich gesagt: jeder Tag. Mein ganzes Leben. Jeden Tag bin ich dankbar dafür. Wahrhaftig. Heilig bedeutet eigentlich wahrhaftig. Und wahrhaftig ist mir meine Familie heilig. Meine Eltern, mein Sohn. Meine Zeit mit ihnen ist mir heilig. Meine Zeit mit mir allerdings auch. Mir ist die Freiheit, „nein“ sagen zu dürfen, heilig. … weiter lesen

Rettet die Ehre der Männer!

Ein Katholik im Weißen Haus, der zweite nach John F. Kennedy: Joe Biden wird einen Präsidenten ablösen, der der Welt das Gesicht eines Mannes gezeigt hat, dem nichts heilig ist. Auch Europa litt und leidet unter Männern: solche, die messerschwingend ihre falsch verstandene Religion zu verteidigen suchen und unschuldige Menschen hinrichten. Kirchenmänner, die missbrauchen und … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  seien Sie nach einer langen Sommerpause herzlich willkommen im neuen theo-Magazin. Es gibt Worte, die uns Menschen auf der Zunge zergehen und einen guten Geschmackhinterlassen: Die Worte Veränderung und Wandel gehören nicht dazu, obwohl unser ganzes Leben und Sterben davon betroffen ist. Das Wort Beständigkeit hingegen klingt wohltuend, gaukelt Sicherheit und … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, nun halten Sie doch eine gedruckte theo-Ausgabe in den Händen, die Bedenken einiger unserer Abonnenten, nachdem wir in der Frühjahrsausgabe das Sommerheft als online-Version ankündigten, haben  uns trotz Corora zur Druckausgabe verleitet. Ein anderes Wort für verleiten ist verführen. Wir alle werden jeden Tag verführt – von den lockenden Sprüchen in … weiter lesen
Foto: Arun Sharma / unsplash

Abwesen­heits­notiz! Das Gefühl, von Gott verlassen zu sein, ist so alt wie die Menschheit, zu oft verhallte der Schrei „Gott wo bist Du?“ scheinbar ungehört. Auch in der derzeitigen Krise meldet Gott sich nicht zu Wort.

Vor einem halben Jahr verstarb meine Tante. Als ich ihr Zimmer verließ, stellte sie mir eine einfache, letzte Frage: „Sven. Was jetzt?“ Mit großen Augen schaute sie mich an. Um Antworten war ich nie verlegen. Jetzt fehlten sie mir. Ich zuckte mit den Schultern und drehte mich um. Wäre ich ein Atheist, hätte mein Geist … weiter lesen

Corona Ein Wort, das seine Unschuld verlor Corona war einmal ein Begriff, vor dem man keine Angst haben musste – im Gegenteil. Er stand unter anderem für ein Kultbier, für einen Sonnenkranz, ein Königreich und eine Heilige. Corona war in der griechischen und römischen Antike ein Kranz aus Blumen, Blättern und Zweigen, der als Auszeichnung verliehen und zu kultischen Zwecken getragen wurde. Mediziner haben dem neuartigen Coronavirus den Namen gegeben, weil der Erreger, unter dem Mikroskop betrachtet, eine auffällige Bekränzung aufweist. In heutigen Zeiten übersetzt der Duden „Korona“ mit einer „Gruppe, Ansammlung (jüngerer) Menschen, die gemeinsam etwas unternehmen.“

Corona - die Heilige Ob die heilige Corona aus Damaskus, Alexandria oder Sizilien stammte, ist nicht klar. Auch nicht, unter welchem Kaiser sie ihr Martyrium erlitt. Einig sind die Legenden sich darüber, dass ihr als Attribut nicht, wie vielen Märtyrern, ein einfacher Palmzweig, sondern zwei ganze Palmen zugeordnet sind. Corona starb auf grausige Weise für … weiter lesen
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Heiliger Flügelschlag Wie Kanada-Gänse die Fantasie beflügeln, was sie mit Franz von Assisi zu tun haben, und warum das Netz der Welt Ungeahntes ermöglichte und sie dennoch zu einem trostloseren Ort machte.

Mit jedem Frühling zieht es wieder über die Teiche der Stadtparks: Wassergefieder mit großem Gefolge. Hinter Enten, Gänsen und Schwänen schaukeln, schön der Reihe nach, putzige Küken – ein nie enden wollender Schicksalsstrom, der die Gemüter der Menschen erhellt – ausgerechnet er soll nun zur Gefahr für die Umwelt werden. In Nordrhein-Westfalen, so berichten Onlineportale, … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, was haben wir hinter uns und was liegt noch vor uns? Ist der Glaube angesichts einer derart singulären Krise geschwunden? Oder vielleicht doch eher gewachsen, weil Krisen auch immer Zeiten der Besinnung auf das Wesentliche, auf Ursprung und Werte sind? Hoch-Zeiten für Zukunftsforscher und Propheten! Die Redaktion von theo ist nichts … weiter lesen

„Doppelleben“ Ausgelassenheit und tiefe Trauer: Der Kölner Christoph Kuckelkorn kennt beides. Er führt eins der größten Bestattungsunternehmen Deutschlands, gleichzeitig gibt er den Präsidenten des Festkomitee Kölner Karneval. Jetzt liegt seine Autobiografie vor. theo-Autorin Brigitte Schmitz-Kunkel traf den umtriebigen Macher zum Gespräch.

Man lasse sich nicht verwirren – der Umschlag ist eine kleine Mogelpackung. Vor himmelblauem Fond lehnt sich Christoph Kuckelkorn an einen freundlich skizzierten Grabstein, Wölkchen schweben über dem lächelnden Bestatter im Feiertagsstaat. Doch statt kauziger Berufsanekdoten (die natürlich auch vorkommen), erzählt der Mann, der tagtäglich mit dem Tod umgeht, vom Leben.  Christoph Kuckelkorn ist Kölns … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, die Ihnen vorliegende Ausgabe hat diesmal kein Schwerpunktthema zu bieten, sondern orientiert sich an der Jahreszeit und an aktuell anstehenden Ereignissen: Das heißt: Karneval, die Fastenzeit, dann durch die Passionszeit geht es schnurstracks auf Ostern zu. Durch ihre eigene Leidenszeit geht die katholische Kirche, immer neue Enthüllungen, immer mehr Austrittszahlen und halbgare … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, zwei Themen beherrschten die Medien in diesem Sommer: Der Erbstreit um die Katze Coupette, die Gefährtin des im Februar verstorbenen Modeschaffenden Karl Lagerfeld, und dann war da noch Greta Thunberg, die „Klimakaktivistin“ und Weltenretterin aus Schweden, deren Atlantiküberquerung die Medien orchestrierten. Was sagt das aus über den Zustand der Welt? Zugegeben, … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, so, ich habe Sie in der politisch korrekten Form angesprochen. Sie sind Wählerinnen und Wähler, Sommerfrischlerinnen und Sommerfrischler, vielleicht auch Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesucher, und würde ich ein Sportmagazin verantworten, würde ich Sie jetzt womöglich mit „Liebe Kanufahrerinnen und Kanufahrer“ ansprechen. Ich weiß, die sprachliche Gleichbehandlung ist ein wichtiger Baustein für die … weiter lesen

Ostern

Liebe Leserinnen und Leser, durch die Passionszeit sind wir auf Ostern zugegangen, das größte Fest der Christenheit. Durch ihre eigene Leidenszeit ging und geht die katholische Kirche, immer neue, schreckliche Enthüllungen lassen sie mehr und mehr an Glaubwürdigkeit verlieren. Die theo-Redaktion bleibt trotzdem um unabhängigen Journalismus bemüht – so traurig die Vorkommnisse auch sind – … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  geht es auch anders? Fragen sich immer mehr Menschen angesichts einer völlig aus dem Gleichgewicht geratenen Umwelt und einer fehlgeleiteten Globalisierung, von der nur die reichen Industrieländer profitieren. Leben in der westlichen, digitalisierten Welt heißt konsumieren bis der Arzt kommt – zumindest für einen Großteil der Gesellschaft. Im Überfluss drohen wir … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  das Jahr hat schon wieder Anlauf genommen hin auf seinen Zenit: Die Sommersonnenwende oder Mittsommernacht, die im Kirchenjahr Johannisnacht heißt. Dann erst, so bleibt zu hoffen, kommt der Sommer richtig in Fahrt. Bis dahin stehen der katholischen Welt noch einige Highlights ins Haus: Vor allem der Katholikentag in Münster macht schon … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  schon ist der Lärm des Karnevals verklungen, und der Frühling macht sich auf den Weg. Nach den außergewöhnlich trüben und verregneten Monaten wird es höchste Zeit, und auch wir haben uns bemüht, Sie mit frischen Themen zu erfreuen: Im Zentrum dieser Ausgabe stehen »Form und Anstand«, denn wir erleben, vor allem … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  eine Heimat zu haben, zu wissen, woher man kommt, gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Seit der Begriff Heimat in Deutschland wieder politisch aufgeladen ist und vor allem Ausgrenzung meint, darf man sich ihm bloß noch vorsichtig nähern. Kann das sein? Nein, denken wir! Heimat, dieser urdeutsche Begriff, meint eine bestimmte … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  nach einer langen Sommerpause melden wir uns mit dem Thema »Frauen« zurück, nachdem im letzten Jahr eine Armee von Männern eine ganze theo-Ausgabe bestritten hat. Sieht man sich die letzten 50 Jahre der Weltgeschichte an mit all ihren wahnwitzigen Veränderungen, fällt auf, dass vor allem für Frauen das Leben sich dramatisch … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  schon das Wort »Schicksal« klingt in unseren Breiten bedrohlich, in der konservativen Theologie ist es geradezu verpönt: Warum? Die christliche Lehre geht davon aus, dass alle Geschehnisse Gottes Plan entsprechen, aber trifft das wirklich zu? Ist nicht eher ein Zusammenspiel von Ursache und Wirkung, von geheimnisvollen Wendungen wahrscheinlich? Gott als den … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  Klöster, das sind geheimnisumwitterte Rückzugsorte, in denen jahrhundertelang Spiritualität gelebt wurde und wird – und an denen etliche Wissenschaften erblühten. Klostermedizin, Astronomie und Theologie sind nur einige Beispiele. Nachdem das Klosterleben in den vergangenen zwei Jahrhunderten mehr und mehr an Bedeutung verlor, ist es heute für Sinnsucher wieder attraktiv geworden, zumindest, … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  im März 2007 erschien die erste theo-Ausgabe, damals noch unter Mitwirkung von Pater Antonin O.P., der dieses Jubiläum leider nicht mehr erlebt. Der damalige Düsseldorfer Stadtdechant Rolf Steinhäuser, heute Weihbischof in Köln, begleitete die »Unternehmung theo« wohlwollend, wahrscheinlich rechnete er, wie wir auch, nicht ernsthaft damit, dass das Heft noch einen … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  eine Jahreswende kann ebenso Neuanfang wie auch Kontinuität sein: für theo ist das Jahr 2017 beides. Wir haben Geburtstag, mit der ersten Ausgabe des Jahres 2017 ist theo 10 Jahre unterwegs in Sachen »katholischer Glaube«.  2007 im Frühling, damals noch gemeinsam mit Pater Antonin der Düsseldorfer Dominikaner, brachten wir die erste … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  Krankheit und Heilung, das sind gewaltige Themen unserer Zeit. Tausende Ratgeber verstopfen die Regale der Buchhandlungen, Krankenkassen und Medien preisen angeblich lebensverlängernde, sich stetig widersprechende Lebens- und Ernährungsweisen an. Krebs, Demenz und Parkinson den Kampf ansagen, gesund und fit bis ins hohe Alter, das sind die Beschwörungsformeln einer ganzen Gesellschaft. Kommt … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  das andere Geschlecht – so nennen wir diese Ausgabe, und dieses andere Geschlecht macht zur Zeit enorm von sich reden, und das nicht im besten Sinne: Terroristen, Vergewaltiger, Hooligans, Mörder von Polizisten und Politikerinnen, narzisstische Staatslenker in Russland und der Türkei, us-Präsidentschaftskandidaten mit Hetz- und Lügenpotential – alles Männer. Beinahe kann … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  Musik statt Krieg – so sollte der Themenschwerpunkt dieses Heftes ursprünglich heißen, bei der Planung waren wir zeitlich noch nah dran an den schrecklichen Terroranschlägen in Brüssel. Die positive Besetzung des Themas erschien uns jetzt sinnvoller, denn ist es nicht der Frühling, der von allen Jahreszeiten am ehesten klingt und singt? … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,  die Welt ist in Aufruhr, darüber vergessen wir beinahe, dass die Zerstörung derselben unaufhaltsam voranschreitet. Der Potsdamer Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber ist überzeugt: Es ist die oberste Wohlstandsmilliarde der Menschheit, die den Klimawandel verursacht. Seine Gedanken, aber auch seine Forschungen führen zu dem klaren Ergebnis, die alle anderen Umweltaktivisten, die diese Ausgabe … weiter lesen

Die Poesie der Gerechtigkeit Der engagierte Katholik Thomas Quast ist Vorsitzender Richter am Landgericht Köln. Urteils- und Entscheidungsfindungen bestimmen seinen Alltag. Aber da ist noch viel mehr.

Über die „Poesie des Tuns“ verfasste Heinrich Böll 1984 ein Gedicht für den Journalisten und Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck. „Über die Schönheit der Künste, eines Menschen, der Natur können wir uns halbwegs einigen“, schrieb Böll. „Aber – Recht und Gerechtigkeit sind auch schön, und sie haben ihre Poesie, wenn sie vollzogen werden.“ Gerechtigkeit ist der rote … weiter lesen
Foto: Günther Kresser

Des Geistes Kind Wie finden Menschen und Ideen zueinander? Hunderte Ratgeber und ebenso viele Seminare beschwören Kreativität als wichtigste Kompetenz des 21. Jahrhunderts. Unser Autor hat sie fast alle gelesen oder besucht. Doch nur eine hat ihn wirklich erreicht: Die Nonne und Pop-Art-Künstlerin Corita Kent.

Wissen Sie, wie das Neue in die Welt kommt? Woher Geschichten kommen, Melodien, Muster und Motive? Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler dem Geheimnis der Kreativität auf die Spur zu kommen, Kompetenzübersichten und Trainingsworkshops sollen helfen. Aber bisher habe ich nur eine Muse getroffen, die mich wirklich innig küsste und mir praktische Tipps an die Hand gegeben … weiter lesen

Lässt Gott sich finden? theo-Autor Sven Schlebes ist schon lange auf der Suche. Was hat er zu berichten?

Changemanager lieben Geschichten. Die Lieblingsgeschichte meines Professors an der MIT Sloan School handelte von einem Trupp Soldaten, die sich während einer militärischen Übung im Gelände verlaufen hatten. Die Nacht war angebrochen, Gewitterwolken verdunkelten den Mond, Regen zwang die Versprengten zur Zufluchtnahme in einer Höhle fernab vom Gemeinschaftslager. Elektronische Hilfswerkzeuge: Fehlanzeige. Einzig eine alte Wanderkarte aus … weiter lesen
Foto: Casper Nichols unsplash

Eros und Thanatos Sexualität und Todesfurcht seien die beiden großen, dem Menschen innewohnenden Triebe, meinte Sigmund Freud, der Begründer der modernen Psychoanalyse. Sven Schlebes ist dieser Theorie nachgegangen.

Warum machen wir das eigentlich hier?“ Ich freute mich auf das Tete-a-Tete mit meiner Frau. 30 Minuten Fleischesglück zwischen Videokonferenzen, Schule und Mülltütenentleerung. „Was?“, fragte ich. „Die Bettnummer!“ Meine Frau, die Stimmungskillerin. Das kann sie wirklich gut. Dann lachte sie: „Lass dich nicht so hängen. Sag doch einfach: Weil es gut ist!“ Sex bei Lichte … weiter lesen
Foto: Franziska Rieder

„Der Tod, das weiß ich jetzt, hat überhaupt keine Chance gegen die Liebe“ Vor über vier Jahren verlor die Journalistin Birgit Fuß ihren Geliebten, ihren Lebensmenschen. Der Schmerz über den Verlust war so groß, dass sie sich zur Trauerbegleiterin ausbilden ließ. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

Als ich vor mehr als 30 Jahren in einem dieser Fragebögen für Freundinnen, die Teenager sich gern gegenseitig zustecken, sagen sollte, was mir im Leben wichtig ist, schrieb ich: „Musik. Worte. Menschen. (Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.)“ Heute würde ich die Menschen an die erste Stelle setzen, ansonsten bleibe ich dabei. Ich wurde 1972 in … weiter lesen
Foto: Miguel Bruna

Mexiko feiert den Tod Er ist der wichtigste Feiertag des Landes, inzwischen sogar Lateinamerikas: Der Dias de Muertos, der Tag der Toten feiert auch das Leben.

Wenn Katholiken an Allerheiligen in aller Stille die Gräber ihrer Verstorbenen heimsuchen, tobt auf den Friedhöfen Mexikos das Leben: Mit Umzügen, Partys, Kostümierungen und Musik feiern die Mexikaner den „Dias de Muertos“, den Tag der Toten. Skelette und maskierte Schädel tanzen durch Straßen und Gassen, die Menschen tragen ihren Verstorbenen liebevoll Speisen und sonstige Gaben … weiter lesen

Womöglich ein falsches Versprechen! Gibt es die heile Welt gar nicht? Weder im Jenseits noch sonst irgendwo?

Wer im Christentum nach dem Heil sucht, findet es im verlorenen Paradies oder im zukünftigen Jenseits, niemals jedoch in der Gegenwart. Das war dem 2008 schwer erkrankten Künstler Christoph Schlingensief bewußt, als er sein Krebstagebuch So schön wie hier, kanns im Himmel gar nicht sein übertitelte. Er wollte das Leben feiern, das „Jetzt“, wie es … weiter lesen

Die Ewigkeit perdu Christen glauben, nach dem Tod bestenfalls im „Himmel“ zu landen, in der schönen, leuchtenden Ewigkeit. Doch in der Theologie bröckelt der Jenseitsglaube. 10 Fragen an den Religionswissenschaftler und altestamentarischen, katholischen Theologen Bernhard Lang.

Lieber Herr Professor, das Christentum ist eine Heilslehre, verspricht den Gläubigen nach dem Tod das Paradies, das Jenseits. Müssen wir uns unter dem Jenseits eine heile Welt vorstellen? Müssen? Wir dürfen es. Eine heile Welt ist schon etwas – aber immer noch dürftig gegenüber der christlichen Botschaft. Da wir nicht wissen können, wie diese Welt … weiter lesen
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Das Haustier und wir Sehr viele Europäer, allen voran die Deutschen, holen sich die heile Welt auf Pfoten oder Krallen ins Haus. „Tier tut gut“, da sind sich die Freunde unserer Mitgeschöpfe auf vier Beinen einig.

Das Paradies in der Kunstgeschichte ist vor allem ein Paradies der Tiere. In Roelant Saverys (1576-1639) berühmtem Werk Vor der Sintflut wimmelt es von Tieren, genau so wie in Jan Brueghels (1568-1625) Irdischem Paradies. Aus der damaligen Sicht war ein gleichberechtigtes Miteinander von Mensch und Tier eine Selbstverständlichkeit. Bis die Weltgeschichte an jenem Punkt anlangte, … weiter lesen

Zwischen Dürresommer und Wutwinter Wie lebt man richtig jenseits einer heilen Welt, mit sich selbst und allen anderen? Die Psychologin Susanne Altweger verrät, was Menschen in schwierigen Zeiten trägt.

O bjektiv gesehen legt der Homo Sapiens eine Erfolgsgeschichte vor. Er ist Sieger der Evolution, er hat sich durchgesetzt – so perfekt, dass sein übergroßer Fußabdruck auf der Erde zum Problem geworden ist. Menschen sind fähig zu unglaublichen Kulturleistungen, die Kunst gibt seit der Steinzeit bis heute Zeugnis davon. Auf der anderen Seite ist die … weiter lesen
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Was bleibt? Das Gebet! Was tun? fragen immer mehr Menschen, die den Glauben an die eine Kirche, den einen christlichen Gott, die eine Gemeinde verloren haben. Bete ganz einfach, rät der Jesuit und Zen-Meister Niklaus Brantschen in seinem neuen Buch. Am besten ohne Gott. Denn das könnte das Gespräch deines Lebens werden.

Irgendwann schweigst du. Auch wenn es so viel zu sagen gäbe. Weil alles zu viel war und nun hohl geworden ist. Die tausendste Verordnung, Beteuerung, Entschuldigung. Keine Klarheit, keine Antwort, kein Verstehen. Das Erlernte fühlt sich wirkungslos an, das Geglaubte falsch. Genau das ist der Moment für deine kopernikanische Wende im Leben, findet der Begründer … weiter lesen
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Ich glaube an das Genie der Frau Sie gehört zu den wichtigsten Intellektuellen Frankreichs: Die Literaturwissenschaftlerin und Psychoanalytikerin Julia Kristeva will den Begriff Feminismus neu definiert wissen. Sie erkennt eine Krise der Männlichkeit und macht den „einseitigen“ gegenwärtigen Feminismus dafür verantwortlich. Für Kristeva ist die Mutterliebe eine völlig unterschätzte utopische Macht.

Stets ist sie elegant gekleidet, das Parfum sucht sie passend zum Outfit aus. Und sie gilt als große Philosophin der Weiblichkeit. Den Kulturkampf der Geschlechter als Massenbewegung nennt sie rachsüchtig und totalitär. „Es gibt keine pyramidale Gesellschaft mehr, an deren Spitze ein Mann steht. Viele Männer fühlen sich durch den aggressiv vorgetragenen Feminismus degradiert und … weiter lesen

Gesucht Die neue Weiblichkeit Die Kirche liegt in Trümmern – die Männer haben es vermasselt. Das heißt aber nicht, dass Männer, wie es radikale Feministinnen fordern, generell verdammt gehören. Echte Frauen sollten das verhindern.

Neulich erzählte mir ein Kollege von einem Mittagessen mit einem Freund, bei dem beide sich das gegönnt hatten, was ihre Frauen ihnen strikt untersagen: Riesencheeseburger mit fetttriefenden Pommes Frites und noch fettigerer Mayonnaise, hinuntergespült mit einem großen Glas Wein am helllichten Tag. „Mhh“, erinnerte sich mein Kollege noch immer genießerisch mit leicht triumphierendem Unterton. Es … weiter lesen
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Nimm mich mit Kapitän auf die Reise Sehnsüchte brauchen Landkarten, um aus den Wogen des Ungefähren auftauchen und angesteuert werden zu können. Ein klares Ziel, ein klarer Wille. Wie schön, wenn es dazu noch jemanden gäbe, der den Weg kennt und einen mitnimmt auf die große Reise zum Ort der Erfüllung.

Sehnsucht nach Realismus? Nach harten Fakten und ungeschönter Wirklichkeit? Sehnsucht nach Unversöhnlichkeit und der brutalen Erkenntnis, dass nicht alle Menschen Brüder sein können, weil es einige wenige nicht erlauben? Machen wir uns nichts vor: niemand bekennt sich freiwillig zu solchen Anfällen, niemand outet sich ohne Not als besonderer Anhänger von harter Realität! Unsere Sehnsüchte gelten … weiter lesen

Hinwendung zum Wesentlichen Eine Gesellschaftsbetrachtung aus aktuellem Anlass.

Sehnsucht nach Realismus? Nach harten Fakten und ungeschönter Wirklichkeit? Sehnsucht nach Unversöhnlichkeit und der brutalen Erkenntnis, dass nicht alle Menschen Brüder sein können, weil es einige wenige nicht erlauben? Machen wir uns nichts vor: niemand bekennt sich freiwillig zu solchen Anfällen, niemand outet sich ohne Not als besonderer Anhänger von harter Realität! Unsere Sehnsüchte gelten … weiter lesen
Foto: Alexander Krivitsiy/unsplash

Lange im Dunkeln Wenn eine gebärende Frau ihr Baby zum ersten Mal sieht, nachdem sie es monatelang in sich gespürt hat, sollte es ihr vertraut und nicht fremd sein. Wie sie das hinbekommt, weiß die vierfache Mutter und Katholikin Daniela Djalali aus Düsseldorf. Jahrelang hat sie zusammen mit ihrem Mann, einem Gynäkologen, Geburtshilfe und Schwangerschaftsbegleitung mit Hilfe der Haptonomie erprobt. Jetzt will sie diese ganzheitliche Methode weitergeben.

In kaum einem anderen heilkundlichen Bereich stehen sich Schul- und Alternativmedizin unversöhnlicher gegenüber als in der Geburtshilfe. Dabei sind Hebammen, deren Berufsstand in den letzten Jahren an Ansehen gewonnen hat, Multiplikatoren alternativer Heilmethoden, für die es keine Wirksamkeitsbelege gibt. Da werden Kräutertees und -Öle empfohlen, Bachblüten-Notfalltropfen oder Räucherkugeln. Weltweit gilt inzwischen eine Schwangerschaft als Einstieg … weiter lesen
Foto: Wenceslas Holler

Zurück in die Einheit Ein christlicher Orden hat die Unsichtbarkeit früh zum Prinzip erklärt: Sven Schlebes über die Kartäuser, die geheimnisumwitterten Kapuzenmenschen.

in Kind ist! Es schläft, wenn es schläft, es lacht, wenn es lacht. Bis es das vergisst, weil es zu viel weiß. Dann lernt es sie kennen: die großen und die kleinen Ängste. Das nennt man dann „Erwachsen-Werden“. Dieser Weg ist nicht umkehrbar. Einmal gegangen, ist der Mensch nicht mehr, der er war. Er ist … weiter lesen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, „Heilig“, ein Begriff, der sich ins Säkulare zu verflüssigen scheint. Kunst, Tai Chi, Diego Maradona: der Heiligenschein baut sich über allem und jedem auf. Heilig ist ein beliebtes Wort, das unserem profanen Alltag Zauber, Tiefe und Rätselhaftigkeit verleiht. Nur in der Kirche folgt das Heilige einer nennenswerten Dramatik: Heilige Schrift, Heiliger … weiter lesen