Liebe Leserinnen und Leser,

Brigitte Haerte. Redaktionsleitung theo MagazinKrankheit und Heilung, das sind gewaltige Themen unserer Zeit. Tausende Ratgeber verstopfen die Regale der Buchhandlungen, Krankenkassen und Medien preisen angeblich lebensverlängernde, sich stetig widersprechende Lebens- und Ernährungsweisen an. Krebs, Demenz und Parkinson den Kampf ansagen, gesund und fit bis ins hohe Alter, das sind die Beschwörungsformeln einer ganzen Gesellschaft. Kommt es doch zur lebensbedrohlichen Diagnose, kommt der Schock garantiert mit. Nicht jeder Betroffene wird nach einer solchen Diagnose sterben, vielen Erkrankten kann dank des medizinischen Fortschritts geholfen werden.
Ein Grund zum Jubeln? Die eigentliche Diagnose, dass nämlich Gesundwerden in dieser Welt immer nur ein Genesen auf Zeit ist – auch jeder Geheilte wird eines Tages zu Staub zerfallen –, diese Diagnose fällt unter den Tisch, es könnten sich ja Resignation und Fatalismus breitmachen.
Wir meinen: Das Leben ins Licht des Glaubens zu stellen, kann die Sicht fundamental verändern. Annehmen, dass zum Leben auch Leid gehört, Krankheit und Sterben. Sich von Gott geliebt wissen, auch über den Tod hinaus, was kann dem Menschen mehr helfen bei der Akzeptanz des Unvermeidlichen, aber womöglich auch bei der Heilung?
Schon heute sehen viele Menschen sich in ihrer Ganzheitlichkeit, wollen bei der Behandlung in dieser Ganzheitlichkeit wahrgenommen werden. Meditation und Gebet kehren langsam als uralte, die Schulmedizin unterstützende Heilmethoden ins Bewußtsein der Menschen zurück.
Von Spiritualität und Heilung, davon handelt diese Ausgabe: Wer waren die ersten Heiler des Christentums, nimmt die Kirche ihren Heilauftrag ausreichend wahr, hat das Bewusstsein Einfluss auf die Heilung des Menschen, solche Fragen stellt dieses Heft.
Aber auch: Wie sieht Christiane Woopen, Professorin für Ethik und Medizin der Universität zu Köln, die Entwicklung der gegenwärtigen Heilkunst, denn als solche sollte die Medizin betrachtet werden. Welchen Einfluß haben alternative Heilmethoden? Und warum setzt Godehard von und zu Hoensbroech bei Krankheit vor allem auf Heilpflanzen? Bei welchen »Gesundbetern« womöglich Vorsicht geboten ist, das beleuchtet diese Ausgabe auch.
Markus Roentgen, Seelsorger im Erzbistum Köln, leitet ignatianische Exerzitien und spricht die Sprache der Mystiker, er hat uns folgendes Poem überlassen.
Genießen Sie den aufziehenden Herbst und diese Ausgabe.

Ihre

Brigitte Haertel und das theo-Team

 

Fotos rechte Spalte: (c) Titel Tillmann Frantzen. Trauben Maja Petric.

 

Printausgabe:
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Onlineleseproben Ausgabe 04/2016 (22. September 2016):

  1. Editorial 04/2016. Von Brigitte Haertel.
  2. Kommentar: Der Papst ist doch katholisch. Von Albrecht von Croy
  3. Sinkflug ins Selbst. Maria Caspari im Gespräch mit Neurowissenschaftler Ulrich Ott.