Liebe Leserinnen und Leser,

Brigitte Haerte. Redaktionsleitung theo Magazin

die Welt ist in Aufruhr, darüber vergessen wir beinahe, dass die Zerstörung derselben unaufhaltsam voranschreitet. Der Potsdamer Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber ist überzeugt: Es ist die oberste Wohlstandsmilliarde der Menschheit, die den Klimawandel verursacht. Seine Gedanken, aber auch seine Forschungen führen zu dem klaren Ergebnis, die alle anderen Umweltaktivisten, die diese Ausgabe gedanklich mitgestalten, definitiv teilen: Würden wir alle bloß noch einmal in der Woche Fleisch essen oder sogar ganz darauf verzichten, dann hätte das einen unmittelbaren Klimanutzen und würde Landkonflikte mindern, weil weniger Anbaufläche für Viehfutter gebraucht wird. Der Öko-Pionier Georg Schweisfurth stellt in seinem neuen Buch klar: Unsere Kauf- und Essgewohnheiten sind das Wohl und Wehe der Tiere und der Natur. Durch unseren Massenkonsum erlauben wir so schreckliche Dinge wie industrielle Tierhaltung. Und die radikalste Position zum Thema vertritt die Theologin und Tierschützerin Julia Bielecki: Sie zitiert den Leitgedanken der Kampagne »Christen für Tiere«: »Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen. Handele so, dass der Zustand eines universalen Friedens zwischen Mensch, Tier und Natur erreicht werden kann.«
Wenn uns das alles nicht mindestens zum Nachdenken anregt!
Die Fotografin Barbara Dombrowski verweist mit ihrer Kamera auf die bedrohten Lebensräume, und weil der Himmel über Rom inzwischen zu diesig ist für astronomische Erkundungen, verlegte der Jesuit Guy Consolmagno, Direktor der päpstlichen Sternwarte in Castel Gandolfo, seine himmlischen Betrachtungen weitestgehend in die Wüste Arizonas.
Doch wir haben auch Tröstendes in dieser Ausgabe zu berichten: Der Naturfotograf Markus Mauthe fängt die noch verbliebenen Schönheiten des blauen Planeten ein, die Wildpflanzenexpertin Coco Burckhardt stellt uns in ihren Büchern die Kostbarkeiten der Erde vor und das Buch Der kleine Weltenretter erläutert Kindern anschaulich, wie sie ganz natürlich in den Umweltschutz hineinwachsen können.
Ja, es sind die Menschen, die diese theo-Ausgabe beleben mit ihren Ideen, mit ihrem Engagement, aber auch mit ihren Brüchen: Die Schriftsteller Elke Naters und Sven Lager waren einst die Mitbegründer der sogenannten Pop-Literatur und damit unbeschreiblich hip. In Südafrika fanden sie zu Gott und leben heute in einer Berliner Gemeinschaft zusammen mit Flüchtlingen. Sie sind überzeugt: »Nur im Teilen sind wir wirklich reich.« Mit Gott wenig am Hut hat der Niederländer Klaas Hendrikse, obwohl er 30 Jahre lang als Pfarrer Gottes Wort verkündet hat. Schwer vorstellbar, aber wahr.
Wir gehen auf Ostern zu, das Fest der Auferstehung: Stehen wir auf! Die Fastenzeit ist eine ideale Gelegenheit, die eigenen Kosumund Essgewohnheiten zu überdenken. Jeder Einzelne trägt die Verantwortung für sich selbst – aber auch für das ganze Universum. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine erfüllte Zeit und viel Freude bei der Lektüre

Ihre
Brigitte Haertel und das theo-Team

 

Fotos rechte Spalte: (c) Tillmann Frantzen.

 

Printausgabe:
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Onlineleseproben Ausgabe 01/2016 (16. Februar 2016):

  1. Editorial 01/2016. Von Brigitte Haertel.
  2. Theo-Impuls: Jetzt oder nie! Von Pater Georg Maria Roers SJ
  3. Leseprobe: Schellnhuber: „Der Reichtum zerstört unsere Umwelt.“ Von Dagmer Dehmer