Liebe Leserinnen und Leser,

Brigitte Haerte. Redaktionsleitung theo Magazin

Musik statt Krieg – so sollte der Themenschwerpunkt dieses Heftes ursprünglich heißen, bei der Planung waren wir zeitlich noch nah dran an den schrecklichen Terroranschlägen in Brüssel. Die positive Besetzung des Themas erschien uns jetzt sinnvoller, denn ist es nicht der Frühling, der von allen Jahreszeiten am ehesten klingt und singt?
Im Heftinnern werden Sie es schnell herausfinden: Es geht vor allem um das Zusammenspiel von Musik und Glaube. Man muss nicht religiös sein, um Musik zu »verstehen«, und dennoch war es nicht zuletzt die Kirche, die in früheren Jahrhunderten große Werke bei großen Komponisten in Auftrag gegeben hat: Denken wir an Johann Sebastian Bach oder Georg Friedrich Händel, die ihre Kompositionen und den Glauben so wunderbar zusammengedacht haben, und auch das bis heute unerreichte Mozart-Requiem war natürlich ein Auftrag der Kirche. Die Welt ist weitergeschritten, heute ist es die Popmusik, die vor allem die Herzen junger Menschen zum Klingen bringt, aber ohne die Geschichte der Klassik gäbe es sie nicht, wie es auch keine andere Musikrichtung gäbe. Alles geht doch immer aus allem hervor.
Und weil uns beinahe täglich Forschung und Wissenschaft mit allerlei Studien überschütten, in denen wir erfahren, was wir schon wissen, hier nun auch die neuesten Erkenntnisse zur Rezeption von Musik: Psychologen an der Universität von Queensland haben herausgefunden: wer Heavy Metal hört, ist netter, freundlicher, ruhiger. Ja, Sie haben richtig gelesen, und wie erst könnte eine Beethoven-Sinfonie – zur rechten Zeit am rechten Ort gehört – ganze Kriege verhindern?
»Alles im Universum, im Großen wie im Kleinen, existiert durch Schwingungen. Mit den ersten Versen der Bibel (Genesis) könnte man sagen: Es ist die Musik des Gottesgesangs, die sich als sichtbare Schöpfung manifestiert«, das sagt Martin Schleske, der berühmte Geigenbauer, den wir Ihnen auf den kommenden Seiten ausführlich vorstellen. Aber er ist nicht der Einzige in diesem Heft, der Wichtiges zum Thema beizutragen hat: theo-Autor
Albrecht von Cro ¨y wünscht sich in der Kirche die grandiose Musik- und Symbolsprache zurück, Pauken und Trompeten also und damit die ganze Erhabenheit des Heiligen.
Jedes Jahr im Juni sorgt das Bach-Fest in Leipzig zehn Tage lang für spektakuläre Aufführungen: Verantwortlich für die Planung ist Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs. Was Wollny über das geniale Werk des Thomas-Kantors zu sagen hat, hat theo-Autorin Regine Müller aufgezeichnet. Fünf Musikerinnen, die zu ihrem Glauben stehen, sind mit Luther überzeugt: »Wer singt, betet doppelt.« Uwe Birnstein stellt sie vor. Und Uwe Kopf hat analysiert, wie und wo Jesus in der Popgeschichte vorkommt.
Das alles und noch viel mehr erwartet Sie auf den kommenden Seiten. Genießen Sie den Frühling und diese Lektüre!

Ihre
Brigitte Haertel und das theo-Team

 

Fotos rechte Spalte: (c) Tillmann Frantzen.

 

Printausgabe:
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Onlineleseproben Ausgabe 02/2016 (01. Mai 2016):

  1. Editorial 02/2016. Von Brigitte Haertel.
  2. Böse Menschen haben keine Lieder. Von Pater Georg Maria Roers SJ.
  3. Was ich liebe: Meine Klaviatur. Von Stephanie Härtel.